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  • Wieso kaufe ich für die Stadt einen PS-starken SUV, um die Kinder wenige Kilometer zur Schule zu bringen oder um die Ecke einen schnellen Lebensmitteleinkauf zu tätigen?
  • Wieso muss ich den Kilometer zu Freunden mit dem Auto fahren und verwende nicht öffentliche Busse, das Fahrrad oder gehe zu Fuß?
  • Wieso besitze ich einen Zweit- oder sogar Drittwagen mit fossilem Antrieb?
  • Wieso akzeptiere ich, dass in den letzten unberührten Ecken der Welt um teures Geld nach neuen Erdölvorkommen gesucht wird?
  • Wieso will ich von der Willkür der Erdölindustrie und deren Preisen abhängig sein?
  • Wieso soll man etwas unternehmen um die Belastungen für die Umwelt zu reduzieren?

Energieeffizienz, Treibstoffpreise und Umweltverschmutzung sind viel diskutierte Themen. ALLE Menschen sind davon betroffen – deshalb machen sich auch (fast) alle Menschen Gedanken darüber. Aber haben auch alle etwas dazu zu sagen? Nur wer weiß, wovon er redet, kann auch wirklich mitreden!

Im Folgenden finden Sie viele “Vorurteile” die immer wieder mit der Elektromobilität in Verbindung gebracht werden. Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihr Wissen im Bezug auf Elektromobilität zu erweitern.

Vorurteil #1: Elektroautos sind teuer

Anschaffungspreise liegen (momentan) noch etwas über denen eines Verbrennerautos. Allerdings können Elektroautos z.B. am Stand elektrisch beheizt werden und man spart sich z.B. den Einbau einer kostspieligen Standheizung. Also hier bitte auch genau die EXTRAS und Ausstattungsvarianten VERGLEICHEN! So kostet z.B. ein Renault ZOE (ohne Akku) nur um ca. 3.000€ mehr als ein vergleichbarer Renault Clio. Der Einstieg in die Elektromobilität ist aktuell bereits unter 20.000€ möglich.

Was jedoch alle Elektroautos gemeinsam haben:

  • extrem niedrige Wartungskosten: Elektroautos brauchen keinen Ölwechsel, haben einen geringeren Bremsenverschleiß (wegen der Rekuperation), brauchen keinen Keilriemen, keinen Turbolader, keinen Zahnriemen und weder die Auspuffanlage noch die Kupplung muss vom Benutzer ersetzt werden. Ein Auto mit Verbrennungsmotor hat 90-fach mehr bewegliche Teile, als ein Elektroauto. Ein Verbrennungsantrieb besteht aus 1400 Teilen, ein Elektroantrieb nur aus 210. Alleine daraus lässt sich schon erahnen, dass die Wartungskosten bei einem Elektrofahrzeug viel geringer ausfallen. Laut einer Studie des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) liegen die Werkstattkosten um bis zu 35% unter denen von Autos mit Verbrennungsmotor.
  • Elektroautos sind von der motorbezogenen Versicherungssteuer und der NoVA befreit. Damit ist ein Elektroauto bereits ab lediglich ca. 12€/Monat (Haftpflichtversicherung) zu betreiben.
  • Beschleunigung wie ein Sportwagen
  • Akkus sind wartungsfrei

Der aktuell „höhere“ Preis ergibt sich aus dem Preis des Akkus. Diese Preise werden aber mit zunehmender Stückzahl durch Serienproduktionsmöglichkeiten deutlich sinken. Der Preis für 1kWh lag 2010 noch bei ca 500€/kWh, 2013 bei ca. 200€/kWh … Tendenz sinkend.

Aktuell verfügen die Akkus über Lebenserwartung von bis zu 2.000 Ladezyklen (Tendenz steigend). Ein Ladezyklus beschreibt die Kapazitätsänderung von Vollladung bis zur vollständigen Entleerung. Ein modernes Elektroauto erreicht bei vollem Akku eine realistische Reichweite von mindestens 150km. Das würde also einer Gesamtlaufleistung des Akkus von bis zu 300.000km entsprechen.

Durch entsprechende Förderungen werden neue Anreize für den Kauf geschaffen. In Norwegen werden z.B. durch solche Förderungsmaßnahmen mehr Tesla Model S als vergleichbare Kleinwägen gekauft.

Über steigende Neuwagenverkäufe kann sich dann auch ein funktionierender Gebrauchtwagenmarkt entwickeln. VW geht für seine E-Autos zum Beispiel von ähnlich hohen Restwerten aus wie für Autos mit klassischem Verbrennerantrieb.

 

Wenn man den Wertverlust eines Elektroautos mit dem eines Autos mit Verbrennungsmotor gleichsetzt, kann man folgende variablen Kosten gegenüber stellen.

  • Ein Verbrennerfahrzeug braucht bei angenommenen 7 Litern Treibstoff auf 100km
    • 7 * 1,40€ = 9,80€ Treibstoffkosten auf 100km.
  • Ein Elektroauto braucht bei angenommenen 15kW Strom auf 100km
    • 15 * 0,18€ = 2,70 Stromkosten auf 100km

Es ist sicher schwer in einem Pauschalurteil zu definieren, ob sich ein Elektroauto im konkreten Einzelfall „rechnet“, da es hier sicherlich auch stark von der Kilometerleistung abhängt.

Einen Gewinner gibt es aber auf jeden Fall: DIE UMWELT!
Denn die Anschaffung eines Elektrofahrzeuges soll primär nicht nur dazu dienen sich Geld zu ersparen, sondern einen positiven Beitrag für die Zukunft zu leisten, vor allem,  um unseren nächsten Generationen eine lebenswerte und intakte Umwelt zu hinterlassen …

 

Quelle: Die Presse, WirtschaftsBlatt

Vorurteil #2: Elektroautos haben eine zu geringe Reichweite (besitzen Sie einen Möbeltransporter?)

Die Reichweite moderner Serien-Elektroautos liegt momentan bei TATSÄCHLICHEN 150km (Zoe, Leaf mit 26kWh-Akku) bis hin zu 500km (Tesla mit 85kWh-Akku) bzw. noch weiter bei individuellen Umbauten (rein technisch nach oben keine Grenze).

Der VCÖ hat in einer Studie aus dem Jahr 2014 ermittelt, dass die durchschnittliche Fahrtstrecke pro Tag aber bei nur knapp 36km liegt.

Daraus folgt: ELEKTROAUTOS SIND SCHON HEUTE ALLTAGSTAUGLICH! Sie decken für 80% der Bevölkerung mehr als 80% des Alltagsbedarfs ab.

 

Zu Argumenten, wie: „damit kann ich aber nicht nach Italien auf Urlaub fahren“.

Man KANN … zugegeben, man muss momentan noch etwas planen um Lademöglichkeiten auf der Strecke einzuplanen und man sollte die Anreise bereits als “Urlaub” sehen und nicht als hektisches Übel um das Ziel möglichst schnell zu erreichen.

Aber anders gefragt: Wie oft fährt man pro Jahr nach Italien? Wieso hat man nicht einen eigenen Möbeltransporter vor der Tür stehen, FALLS man mal einen Kasten transportieren muss?

Die Elektromobilität erfordert auch im Kopf ein gewissen Umdenken. Das Fahrzeug sollte einen GROSSTEIL der Mobilität abdecken. Auf Urlaub muss man ja nicht unbedingt mit dem eigenen Auto fahren, oder? Wenn man zu Zweit in den Urlaub fahren möchte wäre es doch toll mit einem spritzigen Cabrio zu verreisen. Und sollte man mit Freunden sowie Sack und Pack verreisen müssen wäre doch oft ein Van praktischer als der eigene 5-Sitzer. Für solche Vorhaben bieten Mietwagenfirmen oder bei bestimmten Modellen die Hersteller Ihres Elektrofahrzeuges die Möglichkeit sich für eine bestimmte Zeit (teilweise sogar GRATIS) ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor zu mieten. Wenn man sich die Kosten des eigenen PKW ehrlich vor Augen führt, kann sich manchmal schon ein Schnäppchen einer Mietwagenfirma rentieren. Und die haben immer das “passende” Fahrzeug für Ihr Vorhaben!

 

Quelle: Die Presse, WirtschaftsBlatt

Vorurteil #3: Es gibt zu wenige Ladestationen

PRINZIPIELL kann man Strom „an jeder Ecke“ laden (z.B. mit der normalen Schukosteckdose). Da diese aber mit 2kW eine relativ geringe Ladeleistung hat und solche Steckdosen konstruktiv nicht in der Lage sind, dauerhaft über mehrere Stunden mit sehr hohen Strömen belastet zu werden, gibt es Ladesäulen bzw. Wallboxen für zu Hause. Aktuell gibt es in Österreich mit mehr als 3.500 öffentlichen Ladepunkten DOPPELT so viele wie noch vor einem Jahr. Die größeren österreichischen Elektrizitätsversorgungsunternehmen haben sich zu einer Plattform zusammengeschlossen und werden noch 2016 eine ÖSTERREICHWEITE Lademöglichkeit mit nur EINER LADEKARTE anbieten.

Aktuell gibt es mit Firmen wie SMATRICS oder ELLA Anbieter, die an einem flächendeckenden österreichweiten Hochleistungs-Netz an den Hauptverkehrsrouten (Ladeleistungen meist zwischen 22kW und 43kW AC bzw. 50kW DC) arbeiten.

 

Quelle: Die Presse, WirtschaftsBlatt

Vorurteil #4: Die Steckersysteme sind kompliziert

Die EU hat nach mehrjährigen Diskussionen den sogenannten „Typ-2“-Stecker sowie den „CCS“-Stecker (Combined Charging System) als NORM festgelegt. Dadurch kann man ein Elektroauto unabhängig von Marke und Ort innerhalb Europas laden.

 

Der Ladestecker “Typ-2” wird für WECHSELSTROMLADUNG verwendet (ist für den künftigen Aufbau von Gleichspannungsladesäulen bis zu 30 kW vorbereitet)

  • 1-phasige Ladung: in Österreich wegen möglicher Schieflast